Reisebericht Mongolei 2002

14.07.2002

Gegen ½ 8 Uhr (westmongol. Zeit = 1 Stunde später als die Hauptstadt) scheint die Sonne schon so heiß, dass es uns in den Zelten zu warm wird und wir aufstehen. 1 Becher Wasser zum Zähneputzen und zum Waschen reicht uns. Zum Frühstück gibt es tatsächlich Nescafé oder Tee. Dazu Marmelade, ja sogar 1 Glas Nutella ist am Tisch. Also ganz europäisch. Auf die Frage woher diese Lebensmittel kommen, lacht uns Gozo ein wenig stolz an und räumt dann ein, dass es in der Mongolei fast alles zu kaufen gibt, wenn man weiß wo.
Kaum sind 2 Stunden vergangen, können wir schon weiterfahren. An einem nicht sichtbaren Flusslauf (nur grüner ist es dort in der Senke) kommen wir in ein Dorf. Nur 2 Männer sind zu sehen, die wir nach dem Weg fragen können. Hier muss es sich um ein so genanntes Winterlager handeln, die Häuser sind zum Teil aus Lehmziegel und Holz gebaut.
Da es in der Senke des Flusses zu sumpfig ist, fahren wir einfach über den Berg (mit der Untersetzung und dem Allrad schaffen wir auch steilste Passagen über Stock und Stein). Heute lassen wir das Mittagessen schon mal ausfallen, damit wir unser Endziel in den Bergen erreichen. Endlich öffnet sich ein wunderschönes Tal mit einem echten kleinen Fluss. Kamele, Pferde, Yaks, Schafe und Ziegen weiden dort. Einige weiße Jurten stehen am Berghang und Reiter bewegen sich zu den Herden. Da muss eine Fotopause gemacht werden.

Bei der Weiterfahrt halten wir bei einer Jurte. Sofort werden wir alle in die Jurte eingeladen. Gozo hat uns schon mit den Regeln vertraut gemacht. So treten wir nicht auf die Türschwelle und halten uns links vom Eingang und vom zentral in der Mitte stehenden Ofen. Herbert als unser Ältester sitzt direkt neben dem Ältesten der Großfamilie. Sofort wird uns von den Frauen mongolischer Tee, d.h. „Ziegeltee“ mit einer Brise Salz und mit Milch aufgegossen in einer Schale angeboten. Also nur mit der rechten oder mit beiden Händen nehmen. Heiß und fremdartig im Geschmack. Für mich ist es eine wahnsinnige Überwindung, ihn zu trinken. Ich vertrage keinerlei pure Milch und hier kommt der reinste Milchgeschmack bestialisch durch. Gut eine halbe Stunde dauert das Gespräch, deren Inhalt Gozo für uns immer wieder übersetzt. Dann können wir unsere Gastgeschenke (Bonbons für die Kinder, Schnupftabak für die Herren usw.) überreichen. Beim Aufbruch gibt es noch Fotos in und vor der Jurte.
Wir können gar nicht genug fotografieren und filmen – es ist ja der erste Kontakt mit Mongolen. Aber nein, sagt Gozo, hier sind nur Kasachen, also Nomaden, die schon vor Jahren aus Kasachstan herüber gezogen sind. Nahezu der gesamte Altai ist mit kasachischen Nomaden bevölkert.

Am späten Nachmittag haben wir den Talschluß erreicht und bleiben in der Nähe von 2 Jurten. Wieder werden die Zelte aufgebaut und der Koch sorgt für unser leibliches Wohl. Herbert fotografiert die Frauen beim Melken der Yaks. Gozo organisiert für morgen Kamele und Pferde, denn meine 4 Freunde und Gozo, Dzolot und Atscha werden morgen an den Fuß eines Gletschers gehen und dort das Basislager zur Besteigung des Tavan Bogd Uul (4365 m) aufbauen. Also wird schon am Abend der Großteil der Spezialausrüstung verpackt.




die erste fast menschenleere Siedlung – ein
Winterlager der Nomaden


…da geht´s zum Tavan Bogd Uul


ein Yak „in Trauer“


Herbert´s Ehrenplatz


in der Mitte der Kuhmist-herd mit Milchtopf, Frau und Kinder rechts


Unser Endpunkt der Fahrt

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