Reisebericht Mongolei 2002

13.07.2002

Kurz vor 9.00 Uhr Ortszeit landen wir pünktlich in der Hauptstadt der Mongolei. Noch im Flughafen, gleich nach der Gepäckausgabe und dem Zoll erwartet uns schon Gozo. Sofort geht es zum Inlandsschalter der MIAT (mongol. Fluggesellschaft). Wir können unser Gepäck für den Inlandsflug nach Bayan-Olgii einchecken. Allerdings zahlen wir für unsere ca. 250 kg Übergepäck US-$ 228 – hier gelten Inlandstarife. Nachdem wir auch Geld gewechselt haben (US-$ in mongol. Tugrik 1:1000) gibt es noch im Flughafen das erste mongol. Bier. Noch vor dem Weiterflug schafft es Gozo für uns im Flughafen-Restaurant ein komplettes Mittagessen zu erhalten. Dann sitzen wir in einer 2-motorigen Tupolew, eng wie Sardinen in der Büchse und fliegen Richtung Westen. Nach 3 Stunden Flug erreichen wir Tosontsengel. Hier tankt das Flugzeug auf. Dieser Ort ist der Kältepol der Mongolei. Von weitem sehen wir einen Holzverarbeitungsbetrieb, aber nur an einem Berghang Reste eines sicher künstlich gepflanzten Waldes. Nach einer guten halben Stunde geht es weiter nach Bayan Olgii, das wir nach ca. 2 ½ Stunden erreichen.

Als wir dort festen Boden betreten, fragen wir uns: „Ist das die Mongolei?“ Auf dem Vorplatz des Flughafens sehen wir nur Sand, der vom Wind in die Augen geweht wird. Von einer Stadt keine Spur. Der Horizont wird von braun-grauen Bergen begrenzt. Hier treffen wir unsere Crew für die nächsten vier Wochen:
Natzog - Fahrer aus dem Bezirk Gobi
Delga - Fahrer ebenfalls aus dem Gobi-Bezirk
Atscha - unser Koch
Dzolot - Neffe von Gozo, der junge Begleiter

Endlich werden auch die noch fehlenden 2 Seesäcke auf der Schulter von 2 unserer Begleiter zu unseren bereitstehenden 2 russischen Kleinbussen (mit Geländeuntersetzung und 4-Rad-Antrieb) gebracht.
Jetzt geht es in Richtung Altai. Wo aber bitte ist eine Straße oder Wegweiser? Wo ist ein Baum oder Strauch oder wenigstens sattgrünes Gras? Nur zwei Reifenspuren und die ungefähre Richtung NW. Unsere Reisegeschwindigkeit wechselt zwischen 20 und 40 km/h. Bergauf „keuchen“ unsere Busse schon ganz schön. Nach ca. 50 km wird das erste Nachtlager etwas oberhalb eines nahezu ausgetrockneten Flussbettes aufgeschlagen. Gozo hat für uns ganz neue 2-Mann-Zelte. Die Crew hilft uns beim Aufstellen. Herbert und Peter ziehen ihr eigenes größeres Zelt und Hubert sein 1-Mann-Zelt vor. Hubert erhält ein kleineres Zelt und ich wohne luxuriös in dem neuen gelben Zelt mit grünem Überdach ganz allein. Sogar massive Liegematten aus Filz mit Stoffüberzug stellt Gozo je Zelt zur Verfügung. Inzwischen hat Atscha ein Abendessen gekocht. Die beiden Fahrer „schrauben“ an ihren Fahrzeugen. Ja sogar an Bier hat unser Guide gedacht. Dann kriechen wir endlich in unsere Schlafsäcke und schlafen in einer Höhe von 2.200 m hervorragend.

 


Flugplatz von Ulaan-Baatar


Antonov 24 der MIAT


Flughafen von Tosontsengel


vor dem Flugplatz in Bayan Olgii


einer unserer Kleinbusse beim Tanken

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